Schwarz oder weiß? Oder grau?

…es war einmal ein Reisejournalist, welcher unheilbar erkrankte. Die Krankheit hinterließ bereits ihre Spuren und er konnte sich nur noch eingeschränkt fortbewegen. Er gab nicht auf und setzte seine beruflichen Reisen fort. Während eines Aufenthalts in Neuseeland unterhielt er sich mit einem Maori. Dieser meinte, dass die Krankheit ihn ehren würde, da sie ihn besonders mache. Die Götter hätten ihn erwählt.

Welch interessante Sichtweise! Ich bin auch krank und weiß schon lange, dass ich erwählt bin. Es wurde Zeit, dass das endlich jemand anerkennt. Ironie off. Schön wär’s. Hierzulande gehört man als Mensch mit Handicap eher zu den bemitleidenswerten Geschöpfen, die das Schwert des Schicksals zu spüren bekamen. Anders sein kann zur Herausforderung werden. Aber wie das Beispiel mit dem Maori zeigt, kann man über dieselbe Sache völlig anders denken, wenn lediglich ein anderer Blickwinkel eingenommen wird. Den Schalter umzulegen hört sich so wunderbar einfach an und scheint doch so unglaublich schwer zu sein. Die Welt ist komplex und geprägt von Kontrasten. Ohne hell kein dunkel, ohne gut kein schlecht, ohne reich kein arm. Jeder glaubt, im Besitz der „richtigen“ Wahrheit zu sein. Konflikte sind somit vorprogrammiert.

Seltsam, dass wir die meiste Zeit damit verbringen, unseren Körper zu verschönern, die Gedankenpflege hingegen häufig vernachlässigen. Dabei bestimmen Gedanken unser Leben. Von morgens bis abends. Sie legen fest, wie wir über eine Sache denken und anschließend handeln. Auch wenn Schubladendenken extrem praktisch und laut neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gewissermassen auch notwendig ist, lohnt es sich, manchmal genauer hinzusehen. Wenn man sich die Mühe macht, in die Tiefen der Gedankenwelt abzutauchen, könnte man allerdings manchmal den Eindruck gewinnen, dass nichts ist, wie es scheint. Klingt anstrengend? Ja, aber auch spannend.

Na dann, Zeit zum Nachdenken und Gedanken teilen! Aber bitte – wenn möglich – mit viel Humor :-).

„Die Wirklichkeit ist nur eine Illusion,
dafür allerdings eine sehr hartnäckige.“
– Albert Einstein –